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Neuartige Technologien für Höchstspannungsleitungen in Budapest vorgestellt

Am 5. April 2018 präsentierten wichtige Akteure des Stromsektors bahnbrechende Technologien, um Höchstspannungs-Freileitungen zu ertüchtigen, zu betreiben und instand zu halten. Die Entwicklungen wurden auf einem internationalen Workshop in Budapest präsentiert, der vom Ungarischen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) MAVIR und der Budapester Universität für Technologie und Wirtschaft (BME) in Zusammenarbeit mit dem deutschen ÜNB 50Hertz organisiert wurde. Im Auftrag von 50Hertz nimmt GridLab die Gesamtkoordination der vorgestellten Aktivitäten wahr.
Diese präsentierten Arbeiten wurden im Rahmen der Demonstration Nr. 4 des Verbundprojektes BEST PATHS entwickelt, als größtes der Verbundprojekte des 7. Forschungsrahmenprogramms, das jemals von der Europäischen Kommission im Energiesektor finanziert wurde.

An den vorgestellten Forschungsinitiativen nahmen Experten folgender Unternehmen und Institute teil: 50Hertz (Deutschland), BAM (Deutschland), BME VIKING (Ungarn), EFLA (Norwegen), ELIA (Belgien), i²G im Auftrag von STRI (Schweden), MAVIR (Ungarn) , Red Electrica de España (Spanien), Relogable (Spanien) sowie Statnett (Norwegen).

Matthias Müller-Mienack, Leiter Forschung & Studien bei GridLab und Leiter der Demonstration Nr. 4 von BEST PATHS 4, sagte im Interview: "Zwischen den 60er und 90er Jahren war der Bau neuer Höchstspannungsfreileitungen gängige Praxis. Aber heute sind die Bürger kritischer gegenüber dem Bau neuer Stromleitungen. Darüber hinaus müssen auch Wartungsmaßnahmen aufgrund der höheren Auslastung des Netzes lange im Voraus geplant werden, da sich der Betrieb des Netzes ohne die wartungsbedingt nicht verfügbaren Leitungen problematisch darstellt.

Unsere Forschungsaktivitäten fokussieren daher insbesondere darauf, bestehende Höchstspannungsfreileitungen zu optimieren sowie den derzeitigen Mangel an Langzeiterfahrungen mit neuen Übertragungstechnologien bei den europäischen Übertragungsnetzbetreibern zu überwinden. Unsere Ergebnisse werden das Leben von Millionen von Stromkunden in Europa beeinflussen, denn der optimierte Betrieb von Höchstspannungsfreileitungen wird zu einer sicheren Stromversorgung beitragen und das Risiko von Stromausfällen verringern, darüber hinaus die visuelle Wirkung von Freileitungstrassen reduzieren und die Integration von mehr erneuerbaren Energien ermöglichen."

BEST PATHS Demo 4 entwickelt und testet die folgenden Innovationen:

  • Neuartige Isoliertraversen. Beim ÜNB ELIA (Belgien) testeten und installierten Experten eine neuartige Isoliertraversen-Technologie für eine neue Höchstspannungsfreileitung. Isoliertraversen können verwendet werden, um die Spannungsebene bestehender oder neuer Freileitungen anzuheben. Auf diese Weise erhöhen sie die Übertragungsleistung als mögliche Alternative zur Errichtung neuer Freileitungstrassen. Zum ersten Mal entwickelten Experten auch neuartige Testmethoden, um die elektrische Performance von Isoliertraversen zu überprüfen, da noch keine geeigneten Standards verfügbar sind.
  • Hochtemperatur-Leiterseile. Experten haben neue mechanische und elektrische Langzeittests für sogenannte HTLS-Leiter („High Temperature Low Sag“) entwickelt, um zuverlässige Daten über ihren Alterungsprozess, ihre Zuverlässigkeit und ihre mechanischen und elektrischen Eigenschaften zu erhalten. Das angewandte Testverfahren ermöglichte erstmals einen direkten und umfassenden Vergleich verschiedener HTLS-Drahttypen.
  • Neue Freileitungsmasten basierend auf Verbundwerkstoffen. Experten planen und konstruieren für Bergregionen einen neuen Freileitungsmast basierend auf Verbundmaterialien für die 420-kV-Ebene, der im Vergleich zu einem Stahlgitterturm deutlich leichter und weniger sichtbar ist. Das geringe Gewicht führt zu einem leichter zu transportierenden Turm, da die Anzahl der Hubschrauberlifte um mindestens 50% reduziert wird. Darüber hinaus ist dieser Mast aufgrund größerer Teile und weniger Verbindungen effizienter vor Ort zusammensetzbar.
  • Dynamisches Monitoring von Leiterdurchhängen. Experten entwickelten einen Prototyp-Sensor für das sogenannte “Dynamic Line Rating“, basierend auf kostengünstigen Sensoren, der es ermöglicht, mit aktuellen Freileitungstechnologien in Echtzeit mit erhöhten Übertragungsleistung zu arbeiten.
  • Innovatives Unterspannung-Arbeiten. Experten haben neue Methoden und Technologien zur Verbesserung der Unterspannung-Arbeit eingeführt, darunter einen Prototyp-Leiterwagen für Arbeiten am Bündelleiter, einen neuartiger isolierten Montagestuhl zum Isolatortausch sowie eine Robotertechnologie zur Installation von Flugzeug-Warnmarkern. Diese Technologien helfen, Abschaltungen von Höchstspannungsfreileitungen zu minimieren bzw. die Netzverfügbarkeit zu erhöhen.

Als besonderes Highlight des Workshops in Budapest besuchten die Teilnehmer das Hochspannungsprüflabor von BME, wo die Kollegen von MAVIR und BME einen Austausch eines Seildämpfers sowie eines  Isolators unter Höchstspannung live vorführten und dabei die entwickelten Unterspannungs-Arbeitstechniken einsetzten.

Hinweis:

Alle Workshoppräsentationen können hier heruntergeladen werden, ebenso die Agenda sowie einige Fotos
Für Presse- und Medienanfragen kontaktieren Sie bitte: Valeria Mazzagatti, Greenovate! Europe (Disseminations-Partner): valeria.mazzagatti@greenovate.eu, +32. (0)2 400 10 07

Die Pressemitteilung selbst kann hier heruntergeladen werden.

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